In einem Abwasch an die Waterkant RSV-Langstreckenradler bewältigen 720 Kilometertour am Stück
Schrobenhausen (ose): Eine Radtour der ganz besonderen Art hat einmal mehr eine Gruppe von  Langstreckenrennradfahrern des Radsportvereins Schrobenhausen, ergänzt von jeweils einem Radler vom Skiclub Sandizell und der Radsportinitiative Gesundes Karlshuld, am vergangenen langen Wochenende unternommen. Nachdem vor Jahresfrist die Bundeshauptstadt Berlin angesteuert worden war, haben Michael Freundl (Weilach), er zeichnete auch für die Routenplanung und den überwiegenden Teil der Organisation verantwortlich, Andreas Babl (Ehekirchen), Werner Freundl (Mühlried), Oskar Seidel (Lichtenau),  Leonhard Hiereth (Sandizell) und Siegfried Veitinger (Obermaxfeld) heuer die Strecke nach Hamburg in einem Abwasch absolviert. Gestartet wurde am Fronleichnamstag in Lichtenau. Zielpunkt war die Elbphilharmonie direkt am Hamburger Hafen. Zu bewältigen waren dabei 720 Kilometer und 4479 Höhenmeter. Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um circa 120 Kilometer. Unbeeindruckt weder von einem schweren Gewitterregen bei Bad Neustadt am frühen Donnerstagnachmittag noch von vierstündigem Dauerregen im norddeutschen Tiefland am Freitagvormittag und nur unterbrochen von Essens- und Trinkpausen haben die sechs nach einer reinen Fahrzeit von 26 Stunden und 55 Minuten, das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 27 Kilometern pro Stunde, am Freitagnachmittag an den Landungsbrücken der Hansestadt festmachen können. Die Route führte im Groben über Wassertrüdingen, Kitzingen, Schweinfurt, Bad Neustadt weiter über die Bayerische und die Thüringer Rhön vorbei an Eisenach nach Göttingen. Von dort via Salzgitter und Peine über Celle und Soltau nach Winsen an der Luhe. Dort wurde per Fähre die Elbe überquert. Abgesehen von der einzigen Reifenpanne auf der gesamten Tour danach nur noch 30 Kilometer “Zielsprint“ direkt in den Hamburger Hafen. Unterstützung erhielten die sechs Extremsportler auf ihrem langen und zum Ende hin, speziell im Sitzbereich doch recht schmerzhaften Weg von Ulricke Freundl und Michaela Babl. Die beiden übernahmen neben dem Gepäcktransport auch die fliegende Versorgung. Insgesamt viermal konnte Kraft spendende Verpflegung wie etwa kiloweise  Bananen, Powerriegel und Getränke im Begleitfahrzeug nachgebunkert werden. Entsprechende Kleidung und Radausrüstung für die siebenstündige Nachtfahrt konnte bei den Treffs kurz vor Einbruch der Dunkelheit beziehungsweise am frühen Morgen getauscht werden. Unmittelbar nach Erreichen des Ziels wollte ja eigentlich keiner der Beteiligten jemals mehr etwas von ähnlichen Wiederholungstaten wissen. Am Tag danach allerdings schon wieder eine etwas andere Sachlage. “Ist noch eine Steigerung möglich“? Diese Frage wurde bereits beim ausgiebigen Frühstück am nächsten Tag in den Raum gestellt. Amsterdam oder gar Rom, beide natürlich auch in einem Rutsch, werden mittlerweile schon als ganz heiße Kandidaten gehandelt. Alles klar gemacht haben die sechs Kilometer- und Höhenmeterjunkies allerdings bereits für den Start beim 24-Stundenrennen am  14. und 15. Juli in Kelheim. “Wer 27 Stunden lang bei Nacht und Nebel in zum Teil völlig unbekanntem Terrain zurecht kommt, der müsste mehr oder weniger problemlos auch auf einem 17 Kilometerrundkurs exakt 24 Stunden lang im Kreis fahren können“, so die übereinstimmende Überlegung aller.  Schaun ma a moi.