Radsportfrühling getrübt von Wetterkapriolen RSV startet mit traditionellem Mallorca-Trainingscamp  in die Outdoor-Saison

Schrobenhausen (ose): Eine Radsportwoche unter erschwerten Bedingungen absolvierten dieser Tage 18 Sportler, vier Damen und 14 Herren, vom Radsportverein Schrobenhausen auf der normalerweise zu dieser Jahreszeit bereits von Sonne und Frühlingswärme verwöhnten Balleareninsel Mallorca. Doch heuer weit gefehlt. Mit Ausnahme von lediglich zwei Tagen konnte man heuer in der dritten Märzwoche im westlichen Mittelmeerraum froh sein um jeden einzelnen Skalenpunkt, den die Quecksilbersäule tagsüber über die Zehngradmarke kletterte. Dazu starke, mit unter stürmische Winde und immer wieder Regenschauer in allen Intensivitätsstufungen. Im Tramuntana-Gebirge im Norden der Insel, normalerweise Hauptziel der täglichen Trainingstouren, gab es sogar Neuschnee. Für Radfahrer damit nicht unbedingt verlockend. Unter derartigen “winterlichen“ Bedingungen lies da der ein oder andere grippale Infekt nicht lange auf sich warten. Für das Gros der Teilnehmer reduzierte sich dadurch das vorgesehene Trainingspensum von sechs auf lediglich vier Ausfahrten. Trotz zweier kompletter Regentage schwang sich aber jeden Tag mindestens ein Radler in den Rennsattel. Alles in Allem keine idealen Voraussetzungen für die beabsichtigte intensive Vorbereitung auf die heimische RadlerFreiluftsaison. Ausgehend von Can Picafort an der Bucht von Alcudia im Osten der Insel wurden die Ausfahrten meistens in zwei Leistungsgruppen gestartet. Wer es zwar flott aber dennoch mit etwas “gebremsten Schaum“ angehen wollte, war gut aufgehoben bei Hermann Büchl. Soweit es witterungsbedingt möglich war, spulte der die im Vorfeld in Zusammenarbeit mit Jürgen Weiland ausgearbeiteten Tagestouren ab. Traditionell konnten auch in diesem Jahr die Auffahrten auf den Klosterberg Puig de Randa und zum Cap Formentor, den nördlichsten Punkt Mallorcas, absolviert werden. Ebenso im Programm die “Orient-Runde“ über den Coll de Honor nach Bunyola und von dort via Santa Maria zurück zum Ausgangspunkt. So richtig zur Sache ging es einmal mehr bei der sportlich ambitionierten Gruppe um Reiseorganisator Johann Schinagl. Deren Königsetappe erstreckte sich am letzten und wärmsten Tag über 150 Kilometer und 2325 Höhenmeter. Über den Coll de Femenies vorbei an Kloster Lluc ging es dabei zunächst hinauf auf den Puig Major, die höchste Erhebung der Insel. Von dort dann 14 Kilometer im “Sturzflug“ hinunter nach Soller auf Meereshöhe bevor es entlang dem wohl schönsten Küstenabschnitt Mallorcas über Daja und Valldemossa, einer Teilstrecke der "Küsten Classic Route", zurück nach Can Picafort ging. Für alle Gruppen im wahrsten Sinne des Wortes leider ins Wasser gefallen ist die ansonsten für alle Mallorca-Fahrer obligatorische atemberaubende Abfahrt vom 728 Meter hohen Coll dels Reis hinunter nach Sa Calobra. Voll auf ihre Kosten kamen dagegen in diesem Jahr diejenigen, die an den Regentagen warm und wasserdicht eingepackt bei Sturmböen mit mehr als 80 km/h Gefallen an den gut meterhohen Brandungswellen am kilometerlangen, fast Menschen lehren Sandstrand von Alcudia Port bis Can Picafort finden konnten. Abgesehen von drei Platten verlief die Trainingswoche ohne weitere Materialschäden und blieb zum Glück auch verschont von Unfällen. Trainingsrekorde konnten heuer natürlich trotzdem keine aufgestellt werden. Die Eifrigsten beziehungsweise die Wetterfestesten brachten es letztlich auf 575 gefahrene Kilometer und stolze 7200 Höhenmeter. Die Truppe kann somit trotz aller Widrigkeiten bestens antrainiert in die Sommersaison starten. Die entsprechenden Nachweise müssen allerdings erst noch erbracht werden.