Berlin in einem Rutsch

 

Acht Radsportler absolvieren 600 Kilometer am Stück

 

Schrobenhausen (ose): Mit dem Rennrad die Strecke von Schrobenhausen ins Herz der Bundeshauptstadt Berlin, immerhin 600 Kilometer versehen mit stolzen 4165 Höhenmetern, in einem Abwasch bewältigen. Ist es machbar oder nicht? Diese Frage haben sich im Vorfeld der diesjährigen Mehrtagesfahrt acht Radsportler aus dem sportlichen Umfeld des Radsportvereins Schrobenhausen gestellt. Vorab schon mal die Antwort – ja, es ist möglich! Den entsprechenden Beweis haben die acht Langstreckenspezialisten am Wochenanfang erbracht. Während sich das Gros des RSV-Trosses bereits am Freitag auf den Weg nach Berlin gemacht hatte, starteten Anton Karmann und Wilhelm Lehmeier, beide Karlshuld; Siegfried Veitinger, Obermaxfeld; Andreas Babl, Ehekirchen; Leonhard Hiereth, Sandizell; Michael Freundl, Weilach; Werner Freundl, Mühlried und Oskar Seidel, Lichtenau ihr ambitioniertes Berlinprojekt um zwei Tage zeitversetzt am späten Sonntagvormittag. Unterstützt wurde die Gruppe von Michaela Babl und Ulricke Freundl als Besatzung des Begleitfahrzeuges. Bei idealen äußeren Bedingungen, aber immer haarscharf der nach Nordosten abziehenden Regenfront auf den Fersen wurde über Beilngries und Neumarkt in der Oberpfalz zunächst Hersbruck angesteuert. Die 120 Kilometern bis dort hin wurden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 32 km/h absolviert. Zur Belohnung für den vielversprechenden Auftakt wurde dort eine Kaffeepause eingelegt. Trinkflaschen auffüllen, eine Banane, eventuell noch ein Stück vom Powerriegel hinterher und weiter ging's. Als nächstes Zwischenziel wurde Hof angepeilt. Bis dahin galt es weitere 120 Kilometer über Berge und Täler des Fichtelgebirges sowie des Bayerischen Vogtlandes zu bewältigen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit war nach 240 absolvierten Kilometern allerdings auf 30 km/h gesunken. Das verschärfte Streckenprofil und immer wieder einsetzender Nieselregen hatten ihren Tribut gefordert. Während die Dunkelheit Einzug hielt, wurden mit Pizza und Pasta verbrauchte Energie nachgetankt. Vor der Weiterfahrt war noch Auffüllen der Verpflegungsvorräte sowie Umrüstung von Mann und Gerät auf Nachtfahrbetrieb angesagt. Auf nahezu verkehrsfreien Straßen waren Plauen, Reichenbach, Crimmitschau und Altenburg die markantesten Stationen auf der rasanten Fahrt durch die kühle sternlose Nacht bis Leipzig. Praktisch ohne störenden Autoverkehr wurde die Messestadt trotz für Radfahrer höchst gefährlichem Straßenbahnschienengewirr in rekordverdächtiger Zeit durchquert. Eile war auch definitiv geboten. Galt es doch bis spätestens 6:00 Uhr in Gröbern am See, ein Ort in dem zur Seenplatte umfunktionierten Braunkohle-Tagebaugebiet um Bitterfeld, einzutreffen. Nach 440 Kilometern war dort die Einholung und der Zusammenschluss mit den zwei Tage zuvor gestarteten RSV-Radlern geplant. Das vorzeitige Ankommen um 5:30 Uhr konnte als Punktlandung gewertet werden.  Nach einem kräftigendem Frühstück wurden die letzte Teilstrecke via Wittenberg, Beelitz und Potsdam im geschlossenen RSV-Verband in Angriff genommen. Nach 1305 Minuten im Rennsattel (21 Stunden 45 Minuten) war es endlich geschafft Die acht Langstreckler hatten das Brandenburger Tor, das gemeinsame Reiseziel, erreicht. Der Nachweis “Schrobenhausen – Berlin in einem Aufwasch machbar?“ ist somit gelungen